„In dir singen die Flüsse..“

„Und jener wie Knaben, unbelauscht sich wähnend und einsam im grasigen Grunde, wandelt hin und her und ließ von den spielenden Wellen leicht die Spitze des Fußes, dann auch die Knöchel benetzen. Eilig dann und gelockt von der Milde des schmeichelnden Nasses, streift von dem zarten Leibe ab er die weichen Gewänder….

„Sieg! Nun ist er mein“, so jubelt die Nymphe, und alle Kleidung wirft sie bei Seite und gleitet hinab in die Wellen, fasst ihn, wie sehr er sich wehrt, und zwingend raubt sie ihm Küsse, klammert die Hände um ihn, bedrängt seinen sträubenden Busen ..wickelt sich um ihn..wie Efeu sich steil an hohen Stämmen emporrankt, oder wie ein Polyp den unter Wasser ergriffenen Gegner von allen Seiten mit langen Fängen umklammert. 

aus Metamorphosen von Ovid 

The Moon of your birth..

Das erste Baby habe ich in Tinte und Aquarell gemalt, das zweite in Bleistift und Aquarell. Ich habe eine neue limited palette, benutze nur 8 Farben. Jenny Adams empfahl sie bei einem Workshop der urban sketcher. Ursprünglich ist sie von Jane Blundell. 


Diese 6 Farben plus neapelgelb und kobalttürkis probiere ich zur Zeit. Macht Spass, sich auf ein paar Farben zu beschränken. Versucht es! Manche Künstler malen mit nur 3 Grundfarben. 

Habt Spaß damit! 

„..den schwankenden Abflug des großen Eskimovogels“


„Oft, wenn ich einschlafe, fühle ich unter mir den schwankenden Abflug des großen Eskimovogels, der wie ein zögerndes Flugzeug seinen Kurs sucht.“ Das ist die erste Strophe des Gedichtes ‚Eskimovogel‘ von Hilde Domin. 

Woran denkt Ihr, wenn Ihr Euch erinnert an das Zubettgehen als Kinder? Pflegtet Ihr ein Ritual? Habt Ihr etwas davon hinübergerettet in Euer Einschlafen als Erwachsene? Wurdet Ihr manchmal nach langen Autoreisen von Euren Eltern in’s Bett getragen? 

Schreibt mal und zündet Lichter im Grau des heutigen Tages an! 

(Das Bild habe ich nach einem Foto in einem Zeitmagazin gemalt.) 

Der Wänglein zarte Rosen blüh’n ..


..im Museum Mittelrhein in Koblenz. Ich hänge hier gerade auf meiner Couch, denke, was soll ich bloß schreiben und sinke tiefer, rutsche langsam zu Boden, mit dem Kopf voran, hake meine Füße an die Lehne, um nicht abzustürzen, hänge weiter so und entdecke etwas Cooles: 

Spiegelung in meinem Druck. 

Lasst Euch nicht unterkriegen und macht Sachen, die Euch Rosenwangen machen! 

Salzburgskizzen

patina

feines vornehmhäutchen 

flaumig gewachsenes atmosphärengrün

gotteshausschimmel

du sagst

rotdrosselbäuchlein nach oben

blu

Hallo, Ihr lieben Leser des fannyblu-blogs,

bin wieder daheim und habe 2 Skizzen aus Salzburg mitgebracht. Konnte, an der Salzach sitzend, durch die Touri- Ströme immer mal einen Blick auf’s Panorama erhaschen. Die herrlichen Patinatürme habe ich mit einer Kobalttürkis/ Neapelgelb- Mischung gemalt. 

Legt warme Farben bereit und strahlt dem Herbst entgegen!

Zeichnerqualen

Ich habe den festen Vorsatz , besser in der Perspektive zu werden. Ernsthaft! 

In meinem Bücherschrank stehen teure „easy Perspektive und Perspektive im Handumdrehen“.  

Hah! Wie anstrengend sind Bücher von Architekten! Da werden die Fluchtpunkte nach 10 Seiten zu Bomben, die meinen Kopf sprengen. Oder die Zeichnungen sehen aus wie Pläne zum Bau eines Atombunkers im fernsten Osten Russlands.
Jetzt habe ich ein fantastisches Buch gefunden, das ich Euch an‘ s Herz legen möchte. Perspektive richtig sehen und zeichnen von Matthew Brehm. Mit einem Praxisarbeitsteil auf 32 Panoramaseiten. 

Und mit richtig guten künstlerisch interessanten Bildern von coolen urban sketchern. 

Wie gelingt es Euch, perspektivisch gut zu malen, ohne zu sehr in den Kopf zu rutschen und zu statisch zu werden? Würde mich freuen, von Euren Erfahrungen zu lesen. 

Flieht nicht vor den Fluchtpunkten und gehabt Euch wohl! 

Vielleiberei


Denn wir wollen dich

mit haut und haaren 

nicht nur kritzeln und malen

sondern auch gucken und drucken 

fluchten und peilen

winkeln und detailen.

Dieses Bild zeichnete ich nach einem Modell in einem Aktzeichenkurs. Es gibt nach anfänglichem Bibbern und Bangen und Seitenschielen zum Vergleich mit den Malkollegen (oh, Gott, wie gut sind die denn?) immer einen Wendepunkt, an dem meine Muskeln sich entspannen. Jetzt flutet Energie, der Arm schwingt und ganz egal, was andere denken, ich bin frei! 

Bringt Eure Wunder in die Welt! 

Wie schön, sich zu wiegen, die Luft zu durchfliegen am blühenden Baum..

Die Ohren, sie brausen, die Haare, sie sausen und wehen hintan! “

Heinrich Seidel schrieb das Gedicht ‚Die Schaukel‘ , aus dem ich Euch einen Ausschnitt zeige. 

Eine wichtige Person des Originalgemäldes habe ich nicht gezeichnet. Wisst Ihr, wer fehlt? 

Als Kind versuchte ich stets vergeblich,  mit ‚Überschlag‘  zu schaukeln. Noch immer klingen mir die gellenden Schreie meiner Mutter in den Ohren, wenn ich den Absprung immer höher und weiter versuchte. Hatte ich ein Freiheitsgefühl! Das Gefühl, es mit jedem aufnehmen zu können und eine wilde schöne Königin der Lüfte zu sein. 

Schwingt Euch auf die Schaukel und fliegt in die Lüfte! 

Seid Könige und Königinnen!