Morgenblüte, rosenfingrige

Heute habe ich eine Monotypie für Euch- 

und eine kleine Anleitung dazu.  Das „Drucken“ dauert nur 2 Minuten und ich verspreche, Ihr werdet überrascht sein! 

Auf eine gleichmäßig mit Druckfarbe (Gouache oder Acryl funktionieren auch) bedeckte Glasplatte legt Ihr vorsichtig ein feines Blatt Papier. Nicht andrücken! Auf das Papier zeichnet Ihr, was Euch in den Sinn kommt. Malt z.B. eure linke Hand! 

Aber Vorsicht! Es besteht die Gefahr, dass Ihr sehr, sehr viel Geld für feines Papier ausgeben werdet. 

“ Zeichne!

Ohne  auf das Blatt zu sehen und ohne den Stift abzusetzen.“

Das ist nicht neu? Nein, und doch.. Tu es!

Lass den Stift laufen, gib Energie hinein. Dein Verstand zweifelt noch? Lass ihn wie einen fremden Mond gen Himmel steigen und zeichne!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Niemals anders sah ich Dich erwachen

als mit einem heitern Lachen.

Gleich als ob von einem Paradiesesbaume

Blüten du gepflückt im Traume.
Und so hoff ich, dass mit heiterm Lachen

Jetzo auch du wirst erwachen

Droben von des Lebens kurzem Traume

Unterm Paradiesesbaume.

Aus den Kindertodtenliedern von Friedrich Rückert

Indigo

Liebe Freunde des fannyblu- Blogs,

heute habe ich für Euch ein Aquarellbild, in einer Farbe gemalt, in Indigo. Solch monochrome Bilder zu malen fordert ein genaues Hinsehen, um die verschiedenen Abstufungen wiedergeben zu können. Indigo ist wunderschön, allerdings nicht besonders lichtecht, es bleicht leicht aus. Sepia ist ebenso eine feine Farbe für einfarbige Bilder. 

Mit einer Farbe zu arbeiten ersetzt einen Wellnesstag, probiert es mal aus. Man kommt in einen Flow und wird ganz glücklich. 

Wunderbare Motive findet Ihr in Edelsteinen oder Pflanzen: Lavendel, Raps, Rosmarin, Amethyst, Türkis, Bernstein und mehr. 

Bekennt Farbe und freut Euch des Lebens!

Ok, zugegeben, mehr als eine Farbe, aber Ihr könnt die entspannende Wirkung des Lavendels sehen (könnt Ihr?). Wirkt sicher so gut wie das Besprühen des Kopfkissens, sich das Bild vor dem Schlafengehen anzusehen. 

Kunsttherapie

Inmitten wilder Rosen…

Mond und Blumen, ach-

Neunundvierzig Jahre

umhergegangen und die Zeit vertan. 

Issa


Heute möchte ich Euch von meinem kreativen Arbeiten mit den kürzesten aller lyrischen Texte aus Japan erzählen, den Haikus. Eine Folge von fünf- sieben- fünf Zeilen, meist Naturbetrachtung, ist das Haiku und kann doch das ganze Sein in einem Augenblick, die Welt und deren Vergänglichkeit spüren und empfinden lassen. 

Ich nehme ein feines, leeres Blatt, lege es vor mich hin und streiche es glatt. Dann tauche ich zerknülltes Seidenpapier ( man kann auch Küchenrolle nehmen) in schwarze Gouache oder Acrylfarbe. Ich gleite nun über das Papier, die Bewegung kommt aus der Schulter, und tupfe und streiche über das Blatt. Ohne nachzudenken, nur den Impulsen folgend. Ich betrachte dann die Farbflecken und ergänze sie ein wenig mit Gold oder Aquarellfarbe.

Gold und Schwarz mag ich besonders gerne. Gold ist das ‚ Metall des Lichts‘ und ihm wird nachgesagt, eine vitalisierende Wirkung zu haben und den Selbstwert zu stärken. 

Noch ein Tipp: Nehmt einen schwarzen Fineliner und goldenen Acrylstift und doodelt blind auf dem Papier. Durch das Gold wirkt jede Zeichnung ein bisschen edler. 

Habt Spaß und freut Euch des Lebens!

So beginnt das Gedicht ‚Flugschrift‘ von Friederike Mayröcker. Ich habe nie Kostbareres als ihre Gedichte gelesen. Sie lösen tiefe Zärtlichkeit für unser schönes Leben und die geschenkte Natur in mir aus. Die Gedichte überwinden alle Schutzwälle und treffen mitten ins Weiche, mit aller Kraft, die Schwingung der Worte haben kann. 

Sucht Ihr nach einer Inspiration zum kreativen Arbeiten? Lest von dem ‚ Rosenstrauch, grüner Flor, dieser Dom aus Blättern, Kuppel…‘ oder ‚ die Meszgewänder der Pfingstrosen rauschen…‘. 

Lest Mayröcker

Heute poste ich ein Bild, das ich mit Acryltinte getropft habe. Ich habe ein gutes, 300 Gramm schweres Aquarellpapier genommen und mit einem großen Pinsel Wasser darauf getropft. In diese Tropfen habe ich Tinte fallen lassen und mit Faszination zugesehen, wie die Farbe aus- und ineinander fließt. Das ist ein wunderbares Erlebnis. Besonders harmonisch ist es, wenn wenige Farben verwendet werden ( z.B. Schwarz und Goldocker, Magenta und Blau). 

Viel Freude an den Rosenblattfaltervogelwelten! 
Leseempfehlung: Scardanelli (Suhrkamp, 2009), Liebesgedichte (Insel Taschenbuch, 2006) und noch viel mehr! 

Auf dem Wasser zu singen

Wie schön, Euch auf meinem neuen Blog begrüßen zu dürfen! Herzlich willkommen!

Welches Lied, glaubt Ihr, singt der Ruderer?

Das Bild ist eines, das ich nach dem Hören eines indischen Liedes gemalt habe. Ich tauchte einen Sisalfaden in schwarze Gouache- Farbe und ließ ihn mit geschlossenen Augen über das Papier tanzen. Ich lenkte meine Aufmerksamkeit auf mein Atmen und ging ganz mit meinen Bewegungen mit, aufmerksam und wach. Danach drehte ich das Blatt und suchte nach einem für mich sichtbar werdenden Bild. Mit Pastellkreiden belebte und verstärkte ich es.

Es ist spannend, welche Themen wir auf diese Art sehen und welche Verbindung zu unseren aktuellen Lebensthemen wir entdecken können. Ein Mensch, der mit aller Kraft rudert, dem Mond entgegen, tief in das Wasser eintauchend, unbeirrt….

 

Wenn Ihr mir eines Eurer so entstandenen Bilder schicken möchtet.. nur zu! Ich stelle Euch eine gute Frage!

Inspiriert?